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SoVD Essen diskutierte Inklusion vor Ort

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Die Stadt Essen hat als eine der ersten Kommunen in NRW einen Inklusionsplan vorgelegt. Damit will die Stadt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Stadt voranbringen. Ein Anlass für den SoVD-Kreisverband Essen, um mit den Vertreter der Stadt Essen und der Ratsfraktionen den Stand der Inklusion im Haus der Begegnung zu diskutieren.

„Menschen mit Behinderungen stoßen im öffentlichen Raum immer noch auf viele Hürden und Hindernisse – egal ob es um den Einkauf um die Ecke, den Besuch der Schule, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr oder den Termin beim Arzt geht“, sagte Kreisvorsitzende Renate Falk bei der Begrüßung im Haus der Begegnung in Essen. „Es ist aber nicht so, dass Türen extra schmal gesetzt und Treppen gebaut werden, damit Rollstuhlfahrer und Benutzer von Rollatoren nicht durchkommen können. Doch die Unwissenheit und die Barrieren in den Köpfen  führen im Alltag oft zur Ausgrenzung behinderter Menschen.“ Mit der Veranstaltung wolle man die Kommunalpolitik für die Belange behinderter Menschen sensibilisieren. Zudem wolle man deutlich machen, dass auch die Kommunen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet seien. Im anschließenden Vortrag von Stefan Koch, Referent für Sozialpolitik beim Landesverband, wurden die vielfältigen Nachholbedarfe deutlich: Nach der UN-Behindertenrechtskonvention sind die Kommunen sind verpflichtet, Zugangshindernisse im Transport, in öffentlichen Gebäuden, in der Kommunikation und in den Schulen zu beseitigen. „Dabei können sich die Kommunen nicht auf eine Bringschuld von Bund und Land zurückziehen. Die Stadt Essen ist von sich aus gefordert, aktiv zu werden“, stellte Stefan Koch klar. Der SoVD begrüße, dass die Stadt mit dem Inklusionsplan einen ersten Schritt unternommen habe. Dennoch reiche das noch nicht aus. Vielmehr müsste festgestellt werden, welche Barrieren in Essen die Teilhabe und Selbstbestimmung behinderter Menschen in Essen verhinderten. In einem nächsten Schritt müssten klare Ziele formuliert werden, wie und wann die Barrieren abgebaut werden sollen. Peter Renzel; Sozialdezernent der Stadt Essen, stellte in seinem Referat dar, dass die Stadt auf eine Politik der Vielfalt setze. Es sei angekommen, dass Inklusion nicht alleine auf den Bildungsbereich beschränkt sei. Daher habe man auch den Abbau von Barrieren im ÖPNV ebenso im Plan wie die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung in der Verwaltung. „Wir sind weit – auch wenn wir das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht haben.“ Im Anschluss diskutierten unter der Moderation von Heinz Böcker, SoVD-Kreisvorstandsmitglied, die Ratsvertreter Karl-Heinz Endruschat (SPD), Jutta Eckenbach (CDU), Christine Müller-Hechtfellner (Bündnis 90/Die Grünen) und Janina Herff (Die Linke), welche Veränderungen in der Stadt Essen konkret vorangebracht werden müssen. Einig waren sich alle Ratsvertreter, dass die Menschen mit Behinderungen in den Inklusionsprozess aktiv einbezogen werden müssen. Der Kreisverband Essen konnte zu der Veranstaltung rund 60 Gäste begrüßen. Darunter befanden sich auch einige Gäste der örtlichen Gehörlosengruppen, die mit Hilfe der Gebärdendolmetscher angeregt mitdiskutierten und den Ratsvertretern ihre Erfahrungen mit Barrieren in der Stadt Essen schilderten.